Schockanruf in Rothenstadt: Seniorin um Bargeld und Schmuck gebracht
Mit einer perfiden Betrugsmasche haben bislang unbekannte Täter am Mittwochnachmittag, 4. November 2026, eine Seniorin in Rothenstadt bei Weiden um Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro gebracht. Ein unbekannter Abholer nahm die Wertgegenstände an der Wohnanschrift der Frau entgegen und entkam. Die Kriminalpolizei Weiden ermittelt und bittet um Hinweise.
Betrüger täuschen lebensbedrohliche Erkrankung der Tochter vor
Gegen 15.55 Uhr meldeten sich die Täter telefonisch über den Festnetzanschluss der Seniorin. Ein Mann gab sich als Professor der Intensivstation des Klinikums Nordoberpfalz aus. Er behauptete, die Tochter der Frau sei am Morgen in die Notaufnahme eingeliefert worden. Bei Untersuchungen habe sich eine lebensbedrohliche Erkrankung herausgestellt.
Zur Behandlung sei angeblich ein spezielles Medikament nötig, das ausschließlich in der Schweiz erhältlich sei und 90.000 Euro koste.
Als die Seniorin einen Beweis für den Krankenhausaufenthalt verlangte, übergab der vermeintliche Professor das Gespräch an eine weitere Täterin. Diese gab sich offenbar als die Tochter aus und bat die Frau mit weinerlicher Stimme um Hilfe. Sie forderte ihre Mutter auf, alles zu tun, was der Professor verlange.
Unbekannter holt Schmuck und Bargeld ab
Der Anrufer erkundigte sich anschließend, ob die Seniorin die geforderte Summe in bar zu Hause habe. Als sie nur einen geringen Bargeldbetrag nennen konnte, fragte er nach weiteren Wertgegenständen, insbesondere Schmuck.
Der vermeintliche Professor erklärte schließlich, dass das vorhandene Geld und der Schmuck zwar nicht ausreichten, aber zunächst angenommen werden könnten.
Zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr erschien ein bislang unbekannter Mann an der vereinbarten Stelle in der Gartenstraße in Rothenstadt. Er nahm Bargeld und Schmuck entgegen und entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung.
Kriminalpolizei sucht Zeugen
Der Abholer wird wie folgt beschrieben: - etwa 165 Zentimeter groß - scheinbares Alter zwischen 40 und 45 Jahren - sehr schlanke Statur - südländisches Erscheinungsbild - gepflegtes Aussehen und Auftreten - dunkle Kleidung, insbesondere eine dunkle Stoffjacke - dunkelbraune, kurze bis mittellange, nach hinten gegelte Haare - kein Bart, keine Brille - keine auffälligen Schmuckstücke, Tätowierungen oder Piercings
Die Kriminalpolizei Weiden bittet Personen, die am Mittwoch, 4. November, zwischen 16.30 und 17 Uhr verdächtige Beobachtungen im Bereich der Gartenstraße gemacht haben oder Hinweise zum beschriebenen Mann geben können, sich zu melden. Auch Beobachtungen zu verdächtigen Fahrzeugen im Umfeld des Anwesens könnten wichtig sein.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Weiden unter der Telefonnummer 0961/401-2222 entgegen. Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei rät, bei Anrufen vermeintlicher Ärzte, Polizeibeamter oder anderer Amtsträger misstrauisch zu sein, wenn diese Geld oder Wertgegenstände wegen einer angeblichen Notlage von Angehörigen verlangen.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und beenden Sie im Zweifel das Gespräch. - Kontaktieren Sie Angehörige selbst über bekannte Telefonnummern. - Übergeben Sie niemals Bargeld oder Schmuck an unbekannte Personen. - Polizei und Krankenhäuser fordern niemals telefonisch Geld oder Schmuck zur Behandlung von Angehörigen. - Informieren Sie insbesondere ältere Familienmitglieder über diese Betrugsmaschen.
